Budapest

Als wir eines Abends in die ungarische Hauptstadt Budapest kamen und endlich die zahlreichen Straßentunnel hinter uns gelassen hatten, breitete sich das Budapester Lichtermeer in seiner ganzen Schönheit vor uns aus. Die hell erleuchtete, über der Stadt thronende Freiheitsstatue und die angestrahlte Kettenbrücke als wohl bekanntestes Wahrzeichen verliehen der Metropole ihren nächtlichen Glanz - die Clubs und Kneipen von Pest kümmern sich um die Nachtschwärmer.

Auch am nächsten Tag boten sich uns immer wieder faszinierende, unerwartete Blicke auf jene Stadt, die noch unverfälschter als Wien an die Zeiten der Donaumonarchie erinnert. Vom Budaer Burgberg, der Freiheitsstatue und der Fischerbastei hoch über dem Strom ließen wir den Blick nach Osten schweifen, hinüber in die weite Ebene, deren Brückenkopf Pest ist. Pest - diese Großstadt für sich mit den hochherrschaftlichen Adelshäusern, dem strahlend weißen Parlamentsgebäude, den verwinkelten Gassen des ehemaligen jüdischen Viertels und seinen zahlreichen gemütlichen Kellerkneipen. Eines Morgens besuchten wir die große Markthalle an der Freiheitsbrücke - mit ihren vielen kleinen Geschäften, Ständen, Gemüse- und Fischläden und Bistros eine der schönsten Möglichkeiten für einen kleinen Alltagsbummel.

Am nächsten Wochenende zog es uns auf die Margaretheninsel mitten in der Donau. Hier - genau zwischen Buda und Pest - stehen jedes Jahr die Bühnen des Sziget, Europas größten Open-Air-Festivals. Wir jedoch genossen die Ruhe vor dem Sturm und entspannten uns den ganzen Tag lang am Strand und in den Cafés der Insel.

Unweit der Hauptstadt schlenderten wir durch das beschauliche Künstlerstädtchen Szentendre, wegen seiner Galerien, dem gewissen kleinstädtischen Flair und der sieben Kirchen ein Muss für jeden Ungarnreisenden. Ein Stück weiter kamen wir in die Gegend des Donauknies. Der große Fluss hat sich hier in Jahrtausenden ein tiefes Tal durch die bewaldeten Gebirge gegraben; auf vielen Bergen erinnern alte Wachtürme und Burgruinen noch an die bewegte Vergangenheit. Nur eine Stunde vom pulsierenden Leben im Herzen Budapests entfernt luden uns die grünen Berge bei Visegrad zu einer kleinen Wanderung ein.

Als wir die Stadt hinter uns ließen, waren wir uns einig: Eine aufregendere Brücke zwischen Ost und West haben wir nirgendwo sonst gefunden.